"Unsere zentrale, selbst gestellte Aufgabe ist die Rettung von Menschenleben vor dem Ertrinkungstod. Wir haben uns dem Prinzip der Humanität verpflichtet. Wir tragen verantwortlich dazu bei, die Sicherheit der Menschen im, am und auf dem Wasser zu gewährleisten. Damit übernehmen wir eine wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgabe. Unsere freiwillige und ehrenamtliche Arbeit gestalten wir selbstbestimmt, nach demokratischen Prinzipien und im partnerschaftlichen Miteinander."

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)


Mit knapp 1.000.000 Mitgliedern und Förderern ist die DLRG die größte freiwillige Wasserrettungs- organisation der Welt. Gründungsanlass war der Zusammenbruch des Seesteges in Binz auf Rügen im Juli 1912, bei dem etwa 100 Menschen ins Wasser stürzten. Auf der verbleibenden Brücke standen Hunderte Menschen und starrten hilflos auf die verzweifelt mit dem Ertrinkungstod Kämpfenden. Es ertranken 17 Menschen, darunter 7 Kinder. Nur den Matrosen eines nahe liegenden Kriegsschiffes war es zu verdanken, dass nicht viel mehr Personen ihr Leben lassen mussten. Allgemein wurde es als beschämend empfunden, dass von den unzähligen Menschen auf der Brücke und auf einem an der Brücke liegenden Bäderschiff kaum jemand bereit oder fähig war, zu retten oder Erste Hilfe zu leisten. Am 05.06.1913 veröffentlichte unter diesem Eindruck der Deutsche Schwimmverband mit Unterstützung namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens den Aufruf zur Gründung der DLRG. Das Besondere und Einmalige der DLRG liegt darin, dass sie Humanität und Sport in eine sinnvolle Beziehung und Verbindung bringt.

Das Mittel, mit dem die DLRG ihre humanitäre Idee in der Praxis zu verwirklichen sucht, ist die sportliche Aktivität des Schwimmens. Indem sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Schwimmen lehrt, befähigt sie jeden Einzelnen zur Selbstrettung in einer akuten Wassergefahr. Aus der großen Anzahl der ausgebildeten Schwimmer kristallisieren sich durch Training und Fortbildung Rettungsschwimmer für das Ideal einer verpflichteten Lebensrettung Anderer aus Wassergefahren.

Dennoch ertrinken in Deutschland jährlich mehrere hundert Menschen – weniger bei Katastrophen, als vielmehr durch Sorglosigkeit und Unvorsichtigkeit in der fröhlichen Stimmung von Freizeit und Urlaub. Es ist deswegen nur konsequent, dass die DLRG an möglichst vielen Badestellen ihre Rettungsschwimmer stationiert und durch Aufklärung und im Notfall durch aktive Hilfe menschliches Leid zu vermeiden sucht.

DLRG in St. Peter-Ording


In St. Peter-Ording verbringen an sonnigen Tagen bis zu 30.000 Menschen ihre Freizeit auf der dem Deich vorgelagerten Sandbank. Auf 5 Stationen sind bis zu 15 Rettungsschwimmer verteilt; sie erklären Ebbe und Flut, versorgen kleine und große Verletzungen, führen an manchen Tagen bis zu 70 „Findelkinder“ wieder ihren Eltern zu und sind im Notfall mit Rettungsbooten oder als Schwimmer bereit, in Not geratene Schwimmer oder Wassersportler an Land zu bringen.

Außerhalb der Badesaison, aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit ist eine schnelle Wasserrettungseinsatzgruppe innerhalb kürzester Zeit ausrückbereit, um in Not geratene Personen zu retten und aus misslichen Lagen zu befreien. Die Wasserretter, von denen jeder auch ein gut ausgebildeter Ersthelfer ist, sind angemessen ausgerüstet. Die Ausrüstung besteht aus Allrad-Fahrzeugen, Rettungsbooten, Sanitätsausstattung, Funkgeräten, Kälteschutzanzügen... Die Alarmierung erfolgt über die Notrufnummer 112. Typische Einsätze sind Notrufe von verirrten Wattwanderern bei plötzlich auftretendem Seenebel, die Bergung von abgetriebenen oder verletzten Surfern, die Suche nach vermissten Personen in den Abendstunden oder das Bergen von von der Flut eingeschlossenen Wattwanderern bei eisigen Temperaturen.

Die DLRG in St. Peter-Ording ist das gesamte Jahr bei zahlreichen großen und kleinen Veranstaltungen als Sanitätsdienst vertreten. Darüber hinaus unterstützen wir den Kreis Nordfriesland im Rettungsdienst als sogenannte First Responder wenn alle Rettungswagen auf Eiderstedt unterwegs sind oder ein Unfall mit mehreren Verletzten vorliegt.

Im Winterhalbjahr schulen die St. Peter-Ordinger DLRG-Ausbilder jeden Dienstag Abend in der Dünen-Therme über 100 Kinder und Erwachsene im Schwimmen, prüfen und bescheinigen die erlangten Fähigkeiten. Die DLRG sieht hierin auch eine wichtige Aufgabe im Sinne des Breitensports; Schließlich ist Schwimmen eine jener Sportarten, die von jedem lebenslang betrieben werden kann und bei regelmäßiger Ausübung eine hervorragende Gesundheitssicherung darstellt und zur aktiven Erholung am und im Wasser beiträgt.