Tatsächlich so passiert im letzten Sommer am Ordinger Strand: Ein Urlauber joggt am Wasser entlang und sieht den Rettungshubschrauber kreisen. Was der Mann nicht weiß: die Suche gilt ihm. Er hatte seiner Partnerin lediglich mitgeteilt, dass er einen Sprung ins Wasser machen wolle. Sie war nach einer Stunde besorgt genug, um den Rettungsdienst über 112 zu alarmieren.
Solche Pannen sind vermeidbar, erklärt der Ortsvorsitzende der DLRG, Johann Stauch. "Wir haben hier diese extreme Wattenlandschaft. Sie ist voller Reize, aber sie hat auch ihre Gefahren."

Deshalb melden sich umsichtige Wattwanderer vor einer Wanderung bei jemanden ab und nach einer Wanderung wieder zurück.
"Solche Vorsichtsmaßnahmen sollten auch beim Sprung ins Wasser eingehalten werden", empfiehlt Stauch.

Er spricht aus reicher Erfahrung, denn jedes Jahr gibt es aufwändige Suchaktionen. Tagsüber laufen die Meldungen meinst an den Strandwachen auf - abends oftmals bei der Einsatzleitstelle (112). Für den Einsatz um Leben und Gesundheit existiert an der Küste ein enges Netzwerk. DLRG, Feuerwehr, Polizei, Rettungswagen, Hubschrauber und Boote der DGzRS sind alle über die Einsatzleitstelle erreichbar. Die Aktiven der DLRG St. Peter-Ording arbeiten ehrenamtlich und in der Regel kostenlos. Mit ihrer mobilen Wasserrettungsgruppe können sie auch Hilfe leisten, wenn die Strandwachen Dienstschluss haben.
Ihre teure Ausrüstung (zwei Allrad-Fahrzeuge, Trailer, Rettungsboote etc.) werden aus Beiträgen und Spenden finanziert. Aufwändig und bei grobem Unfug gebührenpflichtig ist der Einsatz der zivilen Christoph-Hubschrauber, von denen drei in Schleswig-Holstein stationiert sind. Unterstützt werden sie von ihren Marine-Kollegen mit den SAR-Hubschraubern.

Der längste Fehleinsatz vor St. Peter-Ording dauerte übrigens zwei Tage. Der Urlaubsgast hatte nach einem Streit mit seiner Ehefrau kurzerhand und unbemerkt das Wasser verlassen und sich in seinen Heimatort abgesetzt. Dort spürte ihn schließlich die Kriminalpolizei auf. Dennoch geht für Stauch und seine DLRG die Sicherheit allem anderen vor.

(jek) - Ferienmagazin 2004 -